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Sozialer Wohnungsbau „Im Kleinfeldchen“ Lauterbach?

Aktualisiert: März 1

Im Rahmen zweier Abschlussarbeiten haben Studierende der Staatlichen Technikakademie Alsfeld zwei Varianten für eine Bebauung im Neubaugebiet „Im Kleinfeldchen“ untersucht. Direkt oberhalb des Bauunternehmens Eurich-Bau könnten zwei Wohnbocks kostengünstigen Wohnraum zur Verfügung stellen oder das Grundstück wird für Minihäuser mit einem Gemeinschaftsbau genutzt.


Der Lauterbacher Studienrat und Bauingenieur Daniel Schmidt hat das Projekt „Soziales Wohnen“ initiiert und drei Studierenden zur Aufgabe gemacht, dass langgezogene Mischgebiet zu beplanen und einen städtebaulich sinnvollen Übergang zum neu entstehenden Wohngebiet herzustellen. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“ so der Lehrer und Betreuer der Abschlussarbeit: „Die Studierenden haben es verstanden, die Projektidee genehmigungsfähig umzusetzen und dabei sowohl dem Grundstück und seiner Topgraphie, also auch dem Thema kostengünstiges Wohnen gerecht zu werden.“ Jochen Dasenbrock (Zimmermeister), Nicolas Ott (Bauzeichner) und Fabian Trzonski (Maler) haben sich für ein massives, teilunterkellertes Untergeschoss mit offener Unterfahrung entschieden, so dass ein Großteil der geforderten Stellplätze keine zusätzlichen Flächen beansprucht. Das zweigeschossige Gebäude in Holzrahmenbauweise (Wände) und Holzmassivbauweise (Decken, Dächer) wird über Laubengänge und ein zentrales massives Treppenhaus erschlossen. Die Aufteilung der Wohnungen ist weitgehend flexibel gestaltbar und enthält Wohnungen für 1- bis 5-Personen-Haushalte. Im Erdgeschoss befinden sich jeweils zwei barrierefreie Wohnungen, alle anderen sind zumindest „barrierearm“ geplant. Bauteile und Heiztechnik wurden so vorgesehen, dass ein sehr hoher Energieeffizienzstandard möglich ist, so dass neben Zuschüssen für sozialen Wohnbau auch weitere Förderungen über die KfW möglich wären. Unterstützt hat das Projekt die Stadt Lauterbach mit Julia Hedtrich vom Bauamt und auch sie zieht eine positive Bilanz: „Den Studierenden ist es gelungen, ganz unterschiedliche Ansätze der ersten Entwurfsidee zu verfolgen. Nach mehreren Wochen des Austauschs und der Weiterentwicklung haben sie zwei völlig verschiedene Entwürfe auf dem anspruchsvollen Grundstück erfolgreich umgesetzt.“


Bild 1: Blick von Osten in Richtung Spessartstraße auf das Projekt „Soziales Wohnen“

Bild 2: Eingangsbereich des oberen Gebäuderiegels „Soziales Wohnen“


Einen anderen Ansatz verfolgten die Studierenden Clemens Böcherer (Zimmermeister) und Tim Rehberg (Bauzeichner). Unter dem Arbeitstitel „Altersgerechtes Wohnen in Lauterbach – der sanfte Zwischenschritt zwischen Einfamilienhaus und Altersheim“ hat Lehrer Schmidt den vielgeäußerten Wunsch aufgegriffen, sich im Rentenalter vom zu großen Einfamilienhaus zu trennen, ohne jedoch auf die eigenen vier Wände verzichten zu müssen. Entstanden ist eine Hausgruppe, bestehend aus 10 Minihäusern mit 80 bis gut 100 Quadratmetern Wohnfläche, die sich um ein Gemeinschaftshaus gruppieren. Das von den Studierenden geplante Gemeinschaftshaus enthält einen größeren Raum z.B. für Gesundheitssport, eine kleine Küche für gemeinsames Feiern, einen Leseraum zum gemütlichen Beisammensein sowie ein Gemeinschaftsbüro. Die einzelnen Grundstücke sind bewusst klein gehalten, aber nicht hermetisch voneinander getrennt. Am Gemeinschaftshaus steht ein Grillplatz als Treffpunkt zu Verfügung. „Auch diese Lösung hat ihren Charme, wenngleich ich diese eher am äußeren Rand des Wohngebietes verwirklicht sähe“ resümiert Projektleiter Daniel Schmidt und ergänzt: „Beiden Projekte zeigen mögliches Entwicklungspotenzial für Lauterbach auf und es bleibt zu hoffen, dass die gegebenen Impulse aufgenommen werden.“

Dankbar ist Schmidt, dass die Stadtverwaltung es den angehenden Bautechnikern immer wieder ermöglicht, sich für ihre Abschlussprojekte mit konkreten Bauaufgaben auseinanderzusetzen. Fachbereichsleiter Architekt Jörg Saller, gleichzeitig Geschäftsführer der Gemeinnützigen Heimstättenbaugesellschaft, greift den Dank auf: „Was die Studierenden der Technikakademie Alsfeld ausarbeiten ist für uns eine Bereicherung, da wir damit Ideen auf ihre Machbarkeit und Akzeptanz hin prüfen können. Gerade der Lösungsansatz des Projekts „Soziales Wohnen“ in eine Siedlungsflächenerweiterung zu integrieren, wäre eine Möglichkeit weiteren Wohnraum zu bezahlbaren Mieten anbieten zu können.“


Bild 3: Ansicht des Gemeinschaftshauses mit vorgelagertem Grillplatz


Bild 4: Visualisierung einer Variante mit Modulhäusern (alle Bilder STA)


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